Mexiko
Sprachaufenthalte Spanisch
Mexiko ist ein kulinarisch ausgesprochen interessantes Land. Die Küche ist eine Mischung aus ursprünglicher einheimischer (aztekisch, zapotekisch, maya usw.) und spanisch-kolonialer Küche. Aus geschichtlichen Gründen findet man aber auch arabische und französische sowie durch fernöstliche Einwanderer asiatische Einflüsse.
Restaurants gibt es in verschiedensten Varianten und Preisklassen. «Fondas», «Taquerías» und «Torterías» sind nur eine Auswahl von Verpflegungslokalen.
Die typisch mexikanische Küche existiert eigentlich gar nicht. Es sind vielmehr verschiedene Regionalküchen, die sich deutlich voneinander unterscheiden. So hat im Norden Fleisch einen grösseren Stellenwert, während in Zentralmexiko eher traditionelle Nahrungsmittel die Küche bestimmen (Mais, Bohnen, Geflügel, Rindfleisch). In Südmexiko trifft man auf aromatische Eintöpfe, tropische Früchte und viele Gemüsesorten, und an den Küsten spielen Fisch und Meeresfrüchte eine grosse Rolle. Immer mehr wird auch die «Cocina prehispánica» wiederentdeckt, die zum Beispiel in Restaurants mit aztekischer Küche genossen werden kann: «Gusanos» (Maguey-Würmer), «Chapulines» (Heuschrecken) oder Leguan stehen dort auf dem Speiseplan.
Typisch ist sicherlich das Aufeinandertreffen verschiedener Geschmacksrichtungen: scharf und mild, süss und sauer, herb und zart. Neben dem Chili ist auch der Koriander ein Gewürz, welches für viele Gerichte verwendet wird. Eine grosse Rolle spielen ausserdem Mais als Grundnahrungsmittel sowie Bohnen, Tomaten, Früchte und gewisse Gemüsesorten wie Kürbis oder Nopal (Feigenkaktus).
Zu fast jeder Speise werden Maistortillas gegessen (im Norden und für gewisse Speisen verwendet man auch Weizentortillas). Einige Gerichte aus Tortillas sind Tacos, Flautas, Burritos, Quesadillas und Enchiladas. Die Unterschiede werden Sie spätestens vor Ort lernen!
Eine Auswahl weiterer typischer Gerichte und Getränke sind «Guacamole» (Avocado-Püree), «Mole poblano» aus Puebla (Sauce auf Schokoladenbasis), «Pescado a la veracruzana» (Fischgericht aus Veracruz), «Cochinita pibil» (Schweinefleischgericht aus der Gegend Yucatáns), «Tamales» (Maispastete), und «Ceviche» (roher Fisch oder Meeresfrüchte, mariniert in Limonensaft, Tomaten, Zwiebeln und Koriander).
Bier sowie Tequila, Mezcal und Pulque (alle drei aus Agaven hergestellt) gehören zu den typischen alkoholischen Getränken des Landes. Zu den beliebten Getränken ohne Alkohol gehören «Horchata» (süssliches Reisgetränk), «Agua de jamaica» (Hibiskusblütenwasser) und «Agua de tamarindo» (aus den Früchten des Tamarindenbaums), «Jugos» (frisch gepresste Fruchtsäfte) und «Licuados» (Fruchtsäfte auf Milchbasis). Es wird auch viel Limonade getrunken. Die Limette wird ausserdem oft zum Würzen von Speisen verwendet.
Haben Sie gewusst, dass Mexiko der Ursprung einiger Pflanzen ist, die von dort aus in die ganze Welt verbreitet wurden? Mais, Bohnen, Zwiebeln, Chili, Zucchini, Tomaten, Kakao, Vanille und Avocado gehören zu den wichtigsten.
Buen provecho!
Auch wenn das stereotype Bild eines Mexikaners einen Macho mit Schnurrbart, Stiefeln und Sombrero zeigt, ist das Land doch zu gross, um sein Volk als einen einheitlichen Menschentypen zu beschreiben.
Obwohl die meisten der rund 109 Millionen Einwohner Mexikos heute Mestizen (Nachkommen aus Verbindungen zwischen Indigenas und Spaniern) sind, gibt es doch sehr grosse kulturelle und soziale Unterschiede in Mexiko. Brauchtum und soziale Gegebenheiten variieren nicht nur zwischen Mestizen, Weissen und Indigenas, sondern auch zwischen der Stadt- und Landbevölkerung.
Ein paar Stichworte zur mexikanischen Lebensart:
Familie: Egal, ob auf dem Land oder in der Stadt, die Familie bleibt das Herzstück der Gesellschaft.
Pünktlichkeit: «Un momentito» können wir noch verstehen (einen kleinen Moment). Oft hört man aber auch «ahorita», die Verkleinerungsform von «ahora» – jetzt. Dieses Wort widerspiegelt die Einstellung zur Zeit sehr gut. Die Mañana-Mentalität hat sich vor allem auch aufgrund des Klimas und des Verkehrschaos in Mexiko-Stadt bewahrt.
Landflucht: In ländlichen Gebieten und bei den Indigenas haben sich die Familienbräuche in den letzten Jahrhunderten kaum verändert; dazu gehört insbesondere die Vorstellung, dass viele Kinder wirtschaftliche Absicherung bedeuten. Die Rollenverteilung in der Familie ist noch traditioneller als in den Städten. Oft haben Kinder vom Land, wenn sie keine Ausbildung haben, nur zwei Möglichkeiten: Die Armut in ihrem Dorf oder den Wegzug in die Stadt.
Veränderungen: Immer mehr Mexikaner orientieren sich an europäischen oder US-amerikanischen Vorbildern, was die Wertvorstellungen angeht. Die Industrialisierung und vor allem die Familienplanungsmöglichkeiten verändern auch die Geschlechterrollen: Durch die Möglichkeit von Empfängnisverhütung und Ausbildung reduziert sich heute die wirtschaftliche Abhängigkeit der Frauen von den Männern.
Im Norden an die USA und im Süden an Guatemala und Belize grenzend, bildet Mexiko den grössten Teil Mittelamerikas. Das Land ist sehr gebirgig. Zwei grosse Gebirgsketten, die Sierra Madre Occidental im Westen und die Sierra Madre Oriental im Osten, verlaufen parallel zu den Küsten. Wer Zeit hat, Mexiko einen längeren Besuch abzustatten, wird von der Fülle der Natur und von den verschiedenen Klimazonen überrascht sein. Der trockene und staubige Norden, mit riesigen Kakteen geschmückt, ist uns als Kulisse von unzähligen Westernfilmen nur zu gut bekannt. Im Landesinnern umschliessen teils dramatisch geformte Vulkane und Berge grüne, fruchtbare Hochebenen. Weiter südlich und östlich wird das Klima tropisch und ermöglicht so eine einzigartige Flora und Fauna. Nicht zu vergessen sind natürlich die Küstenregionen, die im Westen an den Pazifik und im Osten an den Golf von Mexiko und das Karibische Meer grenzen. Wunderschöne Sandstrände, teils noch völlig unberührt, lassen keine Wünsche offen.
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Kaum ein anderes Land zählt so viele vergangene Kulturen wie Mexiko. Die Maya und Azteken sind die namhaftesten, aber wer sich mehr mit der prähistorischen Geschichte Mexikos befasst, wird auf weitere Kulturen stossen. Viele Ruinen sind sehr gut erhalten, und die Besichtigung solcher Zeugen der Vergangenheit ist daher empfehlenswert.
Die grosse Wende in der Geschichte Mexikos kam mit der Ankunft des Spaniers Hernán Cortés im Jahre 1519. Die Azteken empfingen die Fremden freundlich, wurden jedoch von Cortés bald unterworfen; die Zeit des «Neu-Spaniens» brach an. In den nächsten drei Jahrhunderten wurde Neu-Spanien zum grössten Silberproduzenten der Welt. Die Einheimischen wurden unterdrückt und ihre Städte zerstört. 1810 rief Miguel del Hidalgo zum Kampf um die Unabhängigkeit auf, die aber erst 1821 erreicht wurde. Danach folgte ein bewegtes Jahrhundert mit Diktaturen und vielen Aufständen der immer mehr verarmenden Landbevölkerung. Die indianischen Bauern forderten Land und Freiheit und nahmen deshalb, unter der Führung von Emiliano Zapata, den Kampf gegen die Grossgrundbesitzer auf. Die grosse Revolution folgte. Auch heute noch gibt es, vor allem im Staat Chiapas, immer wieder Aufstände der Bauern mit den gleichen Forderungen an die Regierung. Obwohl Mexiko heute als politisch stabile Republik gilt, sorgt die grosse Kluft zwischen Arm und Reich immer wieder für Zündstoff.
Ob Sie Kolonialstädte oder moderne Metropolen mögen, lieber am Strand liegen oder durch das Hochland wandern, bevorzugt Märkte oder alte Ruinenstätten durchstreifen – in Mexiko ist alles möglich. Ein Besuch der Maya-Stätten mit den weltberühmten Pyramiden ist während eines Sprachaufenthaltes ein Muss und wird Ihnen in schöner Erinnerung bleiben.
In Mexiko werden Sie aber nicht nur archäologische Höhepunkte vorfinden. Vor den Küsten des Landes befindet sich auch das zweitgrösste Riff der Welt, das durch eine traumhafte Wasserwelt bezaubert. Mexiko ist ein Paradies für Taucher, und in den meisten Touristenorten sind Tauchschulen vorhanden. Für Taucher ist unbedingt das Höhlentauchen bei der Halbinsel Yucatán zu empfehlen. Hier gibt es eine einzigartige Unterwasserwelt inmitten skurriler Kalkformationen zu erkunden. Früher waren die Mayas der Meinung, dass die Höhlen der Eingang zum Reich des Fruchtbarkeits- und Wassergottes seien. Daher wurden in dieser Zeit verschiedene Opfergaben bis hin zu Menschenopfern dargebracht.
Das Land ist auch geprägt von Hochgebirgen, die zum Wandern oder Bergsteigen einladen. Wer sich gemütlich entspannen möchte, hat die Qual der Wahl bei dem riesigen Angebot an Traumstränden. Spanischlernen wird Ihnen leicht fallen, da die Mexikaner ein sehr offenes und gastfreundliches Volk sind und Sie gerne zu ihren berühmten Fiestas einladen.
Yucatán – zwischen Bilderbuchstränden und imposanten Mayastätten
Egal, ob man an einem herrlichen Sandstrand entspannen oder eine der ältesten und geheimnisvollsten Kulturen entdecken möchte – in keinem anderen Land Lateinamerikas kann man Erholung und Kultur so ideal verbinden wie auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán.
Mexiko war einst die Heimat verschiedener indianischer Hochkulturen wie der Azteken und Mayas. Spektakuläre Zeugnisse dieser Zeiten sind vielerorts noch gut erhalten oder wurden sorgfältig restauriert. Die Maya waren vor allem auf der Yucatán-Halbinsel heimisch. Hier befinden sich unter anderem Uxmal, Chichén Itzá und Tulúm – allesamt beeindruckende Ruinenstätte, die von der einstigen Grösse dieser Kultur zeugen.
Überall trifft man auf farbenfrohe Märkte, die die Vielfalt des ganzen Farbenspektrums bei den Kleidern und Lebensmitteln deutlich werden lassen. Auch die Kunst, die Musik und die unvergleichliche mexikanische Küche haben eine lange Tradition. Wie im ehemaligen Mutterland Spanien sind in Mexiko zudem Stierkämpfe sehr beliebt.
Die wohl bekannteste Volksmusik ist die der «Mariachis». Dies sind Wandermusiker in der typischen Tracht der «Charros», die bei Festen, Hochzeiten und in Restaurants aufspielen. Sie sind mit einem oder mehreren Sängern und Gitarren, Geigen und Trompeten unterwegs.
Mexiko hat auch eine lange Tradition in Literatur und Dichtung. Die vielen feinsinnigen Gedichte der Juana Inés de la Cruz (1651 - 1695), einer Nonne im kolonialen Mexiko, José Joaquín Fernández de Lizardi (1776 - 1827) mit seinem satirischen Roman «El Periquillo Sarniento» oder der Dichter Octavio Paz, der für sein grosses Werk 1990 den Nobelpreis für Literatur bekam, zeugen davon.
Eines der bedeutendsten Kulturzentren Lateinamerikas ist Mexiko-Stadt. Das Kulturangebot der Stadt (Museen, Theater, Orchester, Ballett, Literatur, Bildende Kunst) hat Weltniveau. Aber auch mexikanische Provinzstädte bieten ein oft erstaunliches kulturelles Angebot.
In Mexiko treffen Kulturen der Vergangenheit und der Gegenwart in einmaliger Weise aufeinander. Von Ruinen der Maya über Gebäude der Kolonialzeit bis hin zu modernen Wolkenkratzern in Mexiko-Stadt – hier ist alles zu finden. Die rund 109 Millionen Einwohner Mexikos widerspiegeln diese Vielfalt ebenfalls. Die Mehrheit der Mexikaner sind heute Mestizen, Nachkommen aus Verbindungen von Indigenas und Spaniern. Lernen Sie die freundliche und fröhliche Mentalität der Mexikaner vor Ort kennen und wenden Sie Ihre Spanischkenntnisse im Kontakt mit neuen Bekannten an.
Eindrucksvolle Kulturstätten
Tausend Jahre lang war die Mayastätte «Chichén Itzá» Zentrum des Maya-Reiches. Keine andere Mayastätte wurde so gut restauriert. Um den allgemeinen Touristenansturm zu umgehen, sollte man möglichst früh morgens dorthin fahren – dann hat man die Chance, die einmaligen Pyramiden und restlichen Kulturstätten in Ruhe zu geniessen oder einer der beliebten Folklore-Vorstellungen mit den prächtigen Maya-Kostümen beizuwohnen.
Unbedingt besuchen sollte man die einzige Mayastadt am Meer – Tulúm. «El Castillo», die grosse Pyramide, thront direkt über dem türkis schimmernden Wasser. Die Tempelstadt diente nicht nur als Festung, sondern auch als religiöses Zentrum. Mit der Grösse von Chichén Itzá kann Tulúm zwar nicht ganz mithalten, dafür versprüht der Ort aber wahre Magie, und ein kleiner Bummel durch die Innenstadt erweist sich als äusserst interessant.
Auf keinen Fall versäumen darf man Uxmal: Dieser Ort entstand zwischen dem siebten und zehnten Jahrhundert und ist somit sogar älter als Chichén Itzá. Besonders sehenswert sind die steil aufragende Pyramide, der Wahrsager und der fast romantisch anmutende Palast mit seinem dekorativen Dachkamm – von den Einheimischen liebevoll «Taubenschlag» genannt.
Bade- und Gaumenfreuden in diskreter Atmosphäre
Gerade Ruhe suchende Urlauber kommen auf Yucatán voll auf ihre Kosten, da die grosszügig angelegten Ferienanlagen nicht selten eher diskret in Gärten versteckt sind. In wenigen Schritten erreicht man die endlosen, weissen Sandstrände und hat einen atemberaubenden Blick auf die glasklaren, blauen Fluten. Wer hier eintaucht oder eine der zahlreichen Wassersportmöglichkeiten nutzt, wird schnell die trüben Wintertage Mitteleuropas vergessen.
Selbstverständlich muss man sich auch um das leibliche Wohl keine Sorgen machen: In den hoteleigenen Spezialrestaurants bekommt man deftige und würzige mexikanische Kost serviert. Und so gönnt man sich zu Tacos mit Avocadodip ein gutes Gläschen Wein oder einen leckeren karibischen Cocktail.
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