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Argentinien
Argentinien
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Argentinien – das Land des Tangos, der Melancholie, der Lebensphilosophie und der Kontraste. Das zweitgrösste Land Südamerikas umfasst von den Subtropen bis zur Polarzone alle Klimazonen. Das Land mit seiner unendlichen Weite und Wildheit sowie seinen einzigartigen Landschaften ist ein Eldorado für Naturliebhaber. Ob in den wilden Berglandschaften Patagoniens, im Hochgebirge der Anden, an den Wasserfällen von Iguazu oder im Weingebiet Mendoza – das Land bietet allen etwas. Ausserdem erfreuen sich Touristen aus der ganzen Welt am tiefen Preisniveau.
Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires zählt mit einem unvergleichlichen kulturellen Angebot und einem weltbekannten Nachtleben zu den faszinierendsten Städten des Kontinents. Die Hauptstadt des Tangos ist auch bekannt als «das Paris des Südens» und eine faszinierende Kombination aus europäischer Moderne und lateinamerikanischem Temperament und Charme.
Nicht nur die Menschen Argentiniens haben die unterschiedlichsten Wurzeln, auch in der Küche treffen die verschiedensten Kulturen aufeinander.
Sehr verbreitet ist die italienische Küche, was mit dem hohen Anteil italienischer Einwanderer zusammenhängt. Nicht alle Gerichte werden aber immer noch nach der traditionellen Art zubereitet. Die klassische argentinische Pizza hat einen grossen Umfang, und der Teig und die Beilagenschicht sind dicker als bei der italienischen Pizza. Die beliebte Pasta wird in Argentinien oft länger gekocht und nicht al dente gegessen.
Das Land ist ausserdem bekannt für seine Rinderzucht. Dies widerspiegelt sich in den vielen Gerichten, die mit Rindfleisch zubereitet werden. Auch die regionalen Differenzen machen sich auf dem Teller bemerkbar. Im Nordwesten des Landes sind beispielsweise eine eigenständige Küche mit Gerichten aus Mais und Reis und eine pikantere Zubereitungsweise typisch. Aus der Küche der Arbeiterklasse stammen die verschiedenen Eintöpfe Argentiniens. Der «Locro» besteht hauptsächlich aus Maiskörnern, diversen Wurstarten und Fleischstücken sowie Kürbis. Das typische Mahl des 1. Mai und der Nationalfeiertage ist meist kräftig gewürzt. Der Locro wird vor allem im Norden des Landes zubereitet. In ganz Argentinien beliebt ist der «Puchero» aus Gemüse und Fleisch (Kartoffeln, Süsskartoffeln, Kürbis, Karotten, Fleisch, Mangold, Eier). Eintöpfe auf Basis von Nudeln oder Reis nennt man «Guisos». Sie werden meist mit Tomatensauce zubereitet, und als Fleischbeilage verwendet man Rind oder Huhn.
Eines der beliebtesten Gerichte ist der «Asado» – die Grillmahlzeit. Man grillt häufig und gerne in Argentinien, meist in Gesellschaft von Familie oder Freunden. Gegrillt wird alles, was sich vom Rind, Schaf oder Schwein zubereiten lässt.
Eine typische Vorspeise oder Zwischenmahlzeit sind die «Empanadas». Die Teigtaschen sind zum Beispiel mit Schinken und Käse, Hackfleisch oder – vegetarisch – mit Gemüse gefüllt. Sie werden gebacken oder frittiert serviert.
Als traditionelles Dessert gilt der «Flan». Dies ist ein Vanillepudding, der mit Karamellsauce und karamellisierter Milch übergossen wird.
Der Mate-Tee ist das argentinische Nationalgetränk und gilt aufgrund seines hohen Koffeingehaltes als sehr anregend. Neben dem heissen Mate-Tee gibt es auch kalte Varianten.
Die Weinanbaugebiete des Landes gehören zu den bedeutendsten der Welt. Die meisten Weinbaubetriebe findet man in der Provinz Mendoza. Hier werden ca. 70% der argentinischen Weine erzeugt.
Die Vegetation und Tierwelt variieren innerhalb Argentiniens aufgrund der unterschiedlichen Klimazonen stark.
Im Norden findet man in den tropischen und subtropischen Regenwäldern eine Vielzahl von tropischen Pflanzen. Der Gran Chaco, der sich ebenfalls im Norden befindet, zeichnet sich durch die savannenartige Vegetation aus. Der Süden und der Osten des Chacos haben ein milderes Klima und werden intensiv landwirtschaftlich genutzt. Das typische Bild der Pampa zeigt ausgedehnte Graslandschaften mit ein paar wenigen Baumarten.
In der Gegend um die Anden und Feuerland findet man ausgedehnte Nadelwälder. In den höheren Lagen der nördlichen Anden entdeckt man Halbwüsten mit vielen Kakteen und Dornbüschen.
Besonders im tropischen Norden findet man eine sehr variantenreiche Tierwelt: Affen, Jaguare, Pumas, Waschbären, Tapire und verschiedene Reptilien sind nur einige Vertreter. Unter den Vogelarten findet man Kolibris, Flamingos, Tukane und Papageien, in den Flüssen unter anderem Piranhas.
Typische Tiere der Pampa sind Gürteltiere, Wölfe, Füchse, Hirsche und verschiedene Greifvögel.
Lamas und Guanacos sind in den kargen Regionen der Anden verbreitete Tierarten. Dort sind auch verschiedene Raubtiere wie die Bergkatze heimisch. Zugvögel wie Flamingos machen an den Salzseen der Region Halt.
Ganz im Süden, in Patagonien und Feuerland, ist die Tierwelt nicht ganz so vielfältig. Heimisch sind hier unter anderem Pumas und die Hirschart Pudú. An den Küsten Patagoniens leben Pinguine, Seebären und Robben.
Aktuelle Informationen erhalten Sie unter www.eda.admin.ch.
Im 13. und 14. Jahrhundert breitete sich das Inka-Reich nach Süden aus und nahm um 1450 grosse Teile des Nordwestens von Argentinien ein (heutige Provinz Mendoza). Argentinien wurde im 16. Jahrhundert von den Spaniern aus Peru und vom Atlantik her kolonialisiert.
1776 wurde das Vizekönigreich des Rio de la Plata abgespalten. Die damalige Hauptstadt war bereits Buenos Aires, und neben Argentinien gehörten das heutige Bolivien, Paraguay und Uruguay zum Vizekönigreich.
Nach einem Befreiungskrieg gegen Spanien erlangte Argentinien am 9. Juli 1816 die Unabhängigkeit.
Von 1816 bis 1880 prägten Diktaturen und Bürgerkriege das Land. Von 1880 bis 1912 fand die Einwanderungszeit statt. Vor allem Italiener und Spanier kamen ins Land.
Von 1912 bis 1946 wechselten sich demokratische Regierungen mit Militärdiktaturen ab. 1946 wurde der Offizier Juan Domingo Perón zum Präsidenten gewählt. Er industrialisierte das Land während seiner ersten Regierungszeit (1946 - 1955). Wirtschaftliche Höhen und Tiefen lösten sich ab. Von 1955 bis 1983 herrschten abwechselnd zivile und Militärregierungen über das Land.
Perón regierte von 1973 an bis zu seinem Tod im Juli 1974. Nach seinem Tod wurde seine Ehefrau Isabel Perón Präsidentin. Die folgende Zeit war geprägt von Unruhen und Streiks. 1976 kehrte die Militärdiktatur nach dem Umsturz der Regierung zurück. 1983 fand das Land zur Demokratie zurück. Von 1998 bis 2002 gab es erneut eine schwere Wirtschaftskrise. 2003 wurde dann Néstor Kirchner zum neuen Staatsoberhaupt, 2007 seine Frau Cristina Fernández de Kirchner.
Wie es einer der berühmtesten Tangos so schön sagt, ist Buenos Aires «die weltherrlichste Stadt». Sie besitzt Architektur, Kunst, Musik, Nachtleben und ein unvergleichbares kulturelles Angebot. Die «Porteños», wie sich die Bewohner von Buenos Aires nennen, sagen über ihre Metropole: «Buenos Aires nunca duerme», «Buenos Aires schläft nie».
Kaum etwas ist den Einheimschen heiliger als ihre Freizeit und die nächtlichen Touren durch die «Boliches», wie sie die unzähligen Bars, Clubs und Kneipen der Stadt nennen. Entsprechend vielfältig präsentiert sich das Angebot für Unternehmungslustige: nostalgische Tangosalons und «Confiterias» für die Traditionalisten, Kinopaläste und Theaterbühnen für Kulturliebhaber und Technoclubs und Rockkonzerte für alle Jungen und Junggebliebenen.
Zu den beliebtesten Sportarten gehören Fussball, Rugby, Polo, Tennis und Segeln.
Ob Natur-, Kultur- oder Sportliebhaber – Argentinien bietet für alle etwas!
Argentinien ist ein wichtiges kulturelles Zentrum der spanischsprachigen Länder in Südamerika. Geprägt wurde das Land vor allem von Einwanderern aus Spanien und Italien. Auch lässt sich die Orientierung an den USA feststellen, die vor allem in den Bereichen Medien und Lebensart Einzug hält.
Jorge Luis Borges, einer der bedeutendsten argentinischen Schriftsteller, sagte einst, dass der Argentinier ein Italiener ist, der Spanisch spricht und gerne Engländer wäre. Diese Aussage beschreibt den argentinischen Mix aus Menschen verschiedener europäischer Länder, welcher sich in der Kultur des Landes deutlich bemerkbar macht. Mehr als 90% der rund 40 Millionen Argentinier stammen nach der offiziellen Statistik von eingewanderten Europäern ab. Dies waren vor allem Italiener (ca. 35%) und Spanier (ca. 30%). Vor dem Eintreffen der Spanier lebten rund 30 Ethnien in Argentinien. Heute bildet nur noch eine Minderheit der Bevölkerung die Nachkommen dieser indigenen Völker (rund eine bis eineinhalb Millionen Menschen).
Ein gesamtkulturelles Phänomen ist der Tango. Er erklärt die kulturelle Identität der Argentinier, vor allem der Porteños aus Buenos Aires. Bekannte Interpreten sind Carlos Gardel, Astor Piazzolla und Osvaldo Pugliese. Tango kann nicht nur auf die musikalische Dimension beschränkt werden, auch die tänzerische Interpretation und Textdichtung spielen eine bedeutende Rolle.
Nach wie vor wichtig für die Musikszene Argentiniens sind in der traditionellen Musik verwurzelte Folklore-Interpreten. Zu den auch international beachteten Musikern zählen der als «Atahualpa Yupanqui» weltweit bekannt gewordene Héctor Roberto Chavero und die aus der Provinz Tucumán stammende Mercedes Sosa (1935 - 2009), die 1982 nach vier Jahren Exil in Madrid und Paris nach Argentinien zurückkehrte.
Im 19. Jahrhundert löste sich mit der Unabhängigkeit des Landes die argentinische Literatur von der spanischen, ohne jedoch ihr Erbe zu verleugnen. Durch die Thematisierung des Lebens der Gauchos in der Pampa gewann die Literatur eine deutlich nationale Komponente.
Das argentinische Kino hat eine lange Tradition und ist ein wichtiger Bestandteil der argentinischen Kultur sowie eine der wichtigsten Filmindustrien in der spanischsprachigen Welt. Seit den Anfängen des argentinischen Films wurden mehr als 2'500 Werke produziert.
Sprachaufenthalt Argentinien Buenos Aires – die Welthauptstadt des Tangos
Buenos Aires – die Welthauptstadt des Tangos
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