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Chile
Chile
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«El ultimo rincón del mundo», das Ende der Welt, wie die Hochlandindianer ihr Land nennen, beschreibt Chile vermutlich am besten. Das Cap Hoorn in Südchile bildet den südlichsten bewohnten Teil der Erde. Chile erstreckt sich über eine Länge von 4'300 Kilometern, ist durchschnittlich aber nur etwa 180 Kilometer breit. Zum Staatsgebiet Chiles gehören auch die Osterinsel sowie einige weitere Inseln. Zwischen dem Pazifik und den Anden gelegen, wird das Land durch beeindruckende Naturschauspiele und starke Kontraste geprägt. Im Norden erwarten den Besucher faszinierende Wüstenlandschaften, während es ganz im Süden mächtige Gletscher zu bestaunen gibt. Dazwischen hat Chile mit üppigen Urwäldern, weitläufigen Grassteppen, zerklüfteten Fjordlandschaften, gigantischen, schneebedeckten Andengipfeln und Vulkanen eine Vielzahl an landschaftlichen Reizen zu bieten. Die Vielfalt des Landes zeigt sich auch bei seinen 16,1 Millionen Einwohnern, die zu 70% Mestizen europäischer und indianischer Herkunft sind. Die Chilenen sind freundliche Menschen, die sich immer freuen, ausländische Besucher kennenzulernen.
Die chilenische Küche hat sich, wie viele andere Landesküchen, aus einer Unzahl verschiedener ausländischer und heimischer Produkte entwickelt. Die spanischen Eroberer brachten Zubereitungsarten und Gewürze mit, Mischungen aus der spanischen und der arabischen Welt, und führten so fundamentale Elemente wie Knoblauch, Zwiebeln, Oregano und die ersten Wein produzierenden Weintrauben ein. Spuren auf den Speisekarten haben zudem die deutschen Einwanderer hinterlassen. So finden wir die deutschen Bezeichnungen «Kuchen» und «Apfelstrudel» auch auf Werbetafeln chilenischer Cafés. Als Weihnachtsgebäck ist der Christstollen bekannt. Ebenfalls auf deutsche und andere mitteleuropäische Einflüsse zurückzuführen sind das typisch chilenische Sauerkraut («Chucrú» vom französischen «Choucroute»), die Vorliebe für quarkähnliche Frischkäsezubereitungen und die vor allem im Süden sehr starke Brautradition. Viele Biere werden nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut, und oft wird aus deutschen Anbaugebieten importierter Hopfen verwendet.
Hauptnahrungsmittel in Chile sind Eigenanbauprodukte wie Kartoffeln, Tomaten und Mais. Während im Inland viel Rind- und Lammfleisch gegessen wird, ernähren sich die Küstenbewohner vom Fischfang.
Zu den Nationalgerichten zählt die chilenische «Empanada», das sind unterschiedlich (beispielsweise mit Rindfleisch, Hühnchen, Meeresfrüchten oder Käse) gefüllte Teigtaschen, die im Ofen gebacken oder frittiert werden können. Die «Cazuela» ist ein kräftiges Eintopfgericht, für das Hühnchen oder auch Rindfleisch, Maiskolben («Choclos»), Kürbis und weiteres Gemüse verwendet werden. Als «Humitas» wird ein Maisbrei bezeichnet, der in Maisblättern gekocht und süss oder salzig gegessen wird. Neben einem reichen Angebot an Fisch und Meeresfrüchten wird in Chile gerne mit «Cochayuyo», getrockneten Meeresalgen, gekocht. Durch Grillen zubereitetes Fleisch, das sogenannte «Asado», ist wie im Nachbarland Argentinien eine nationale Tradition. Neben Rindfleisch werden dabei vor allem die würzigen Paprikawürste («Longanizas») verwendet. Das Fleisch wird vor dem Grillen gerne auch einige Stunden in Bier eingelegt, um seine Zartheit zu erhöhen. Auch Huhn ist bei den Chilenen beliebt. Aufgrund der sonnigen Bedingungen in Mittel- und Nordchile und der vulkanischen Böden ist Chile ausserdem sehr gut geeignet für den Anbau von einer Vielzahl von Früchten.
Der klassische chilenische Schnellimbiss ist der «Completo», eine Art Hotdog, der mit reichlich Avocadomus («Palta») und Sauerkraut oder Krautsalat («Chucrú») gereicht und mit Chilipaste («Salsa de ají chileno») und dem mild-süssen chilenischen Senf gegessen wird.
Der chilenische Wein gilt als der beste Südamerikas. Der «Carmenère» ist beispielsweise ein ganz besonderer Rotwein, der ausschliesslich in Chile produziert wird. Der Ursprung des Weinanbaus liegt über 400 Jahre zurück. Heute zählt Chile zu den sechs bedeutendsten Weinproduzenten der Welt. Mit den Peruanern streiten sich die Landesbewohner, wer den «Pisco» – einen Branntwein aus Trauben – erfunden hat. Diese besondere Spezialität wird hauptsächlich als «Pisco Sour» mit Zitronensaft, Eiweiss und Zucker getrunken.
Neben chilenischem Wein ist auch einheimisches Bier wie Kunstmann, Austral und Escudo sehr beliebt.
Chile gliedert sich in rund fünf Landschaftsgebiete, die sich durch unterschiedliche Tier- und Pflanzenwelten auszeichnen. Im Norden gibt es Wüsten- und Gebirgsvegetation, Kakteen und Dorngewächse, Lamas, Alpakas und Raubvögel zu sehen. An der Pazifikküste leben Pelikane und Guanovögel. Weiter im Süden wird die Vegetation wieder dichter und ursprünglicher, sodass manchmal bereits von einem Regenwald gesprochen wird. Viele verschiedene Baumarten lassen sich in den dichten Wäldern ausmachen, darunter Johannisbrotbäume oder Zimtbäume. In Mittelchile haben Waldtiere wie Pumas, Füchse und Rehe ihre Heimat, ausserdem Lobeergewächse, Magnolien und Krautpflanzen. In den Seegebieten haben sich zahlreiche Vogelarten wie Falken oder Felsensittiche niedergelassen. An der Küste Patagoniens leben Seelöwen, Pinguine und Raubmöwen, und Grassteppen sind vorherrschend.
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Um 1480 wurden Nord- und Mittelchile Teil des Inkareichs. Um 1520 begann dann die spanische Kolonisierung. Mit der Gründung der Stadt Santiago de Chile im Jahr 1541 wurde das Reich endgültig Teil des spanischen Kolonialgebietes. 1810 begannen erste Unabhängigkeitskämpfe, 1818 wurde schliesslich die Unabhängigkeit ausgerufen. Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zum Salpeterkrieg mit Bolivien und Peru, letzte Streitigkeiten mit Peru wurden erst 1999 komplett beigelegt. Aufgrund des siegreichen Krieges besassen die Chilenen das Monopol auf Salpeter und waren finanziell erfolgreicher als die Nachbarländer Bolivien und Peru. Heute zählt Chile zu den wirtschaftlich stärksten Ländern von Süd- und Mittelamerika.
Chile verfügt über unzählige Sehenswürdigkeiten, wobei hier besonders Naturliebhaber am richtigen Ort sind. Im Norden kann man die Atacama-Wüste besichtigen, die trockenste Wüste der Welt. Der Osten ist von den Anden geprägt, und der kleine Süden wird oft als «chilenische Schweiz» bezeichnet, da dort ausgedehnte Waldgebiete zum Wandern und Spazieren einladen. Weiter südlich, in Patagonien, präsentieren sich grossflächige Gletschergebiete und eine faszinierende Landschaft, die von einer kargen Weite geprägt ist. Mit dem «Campo de Hielo Sur» befindet sich in Chile der grösste Gletscher auf südamerikanischem Boden.
Chile verfügt über zahlreiche Nationalparks und Reservate, die immer einen Ausflug wert sind. Drei Orte in Chile gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe und sind definitiv sehenswert: Der Chiloé-Nationalpark und die dort befindlichen Holzkirchen, das historische Viertel der Hafenstadt Valparaiso sowie die Salpeterwerke in der Atacama-Wüste. Wer im Bereich des Flusses Rio Elqui unterwegs ist, sollte die verschiedenen Weinbaugebiete besuchen, wo es die köstlichsten Weine zum Probieren gibt. Einen Besuch wert sind aber auch die zahlreichen Eukalyptusplantagen.
Aus archäologischer Sicht interessant ist die Osterinsel, die seit 1995 als Nationalpark Rapa Nui Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ist. Die weltweit bekannten kolossalen Steinskulpturen, die «Moais» genannt werden, üben eine geheimnisvolle Faszination aus. Trotz umfangreicher Forschungen sind ihr eigentlicher Zweck und der genaue Zeitpunkt ihrer Errichtung unter den Experten immer noch umstritten. Man geht heute davon aus, dass sie berühmte Häuptlinge oder allseits verehrte Ahnen darstellen, die als Bindeglied zwischen diesseitiger und jenseitiger Welt dienten.
Chile ist auch ein sehr beliebtes Land für Outdoor-Sportarten. Die vielen Möglichkeiten für Riverrafting, Klettern, Bergexpeditionen, Surfen oder Skifahren ziehen Besucher aus aller Welt an.
Obwohl das Land eine ziemlich homogene Bevölkerung beheimatet, gibt es verschiedene kulturelle Ausprägungen, die teilweise auf der geografischen Unterteilung des Landes beruhen. Im Norden Chiles vereint sich die Kultur der einheimischen Andenvölker mit dem Einfluss der spanischen Kolonialisten. Kennzeichnend für diesen Teil des Landes ist neben religiösen Festen der Karneval. In Zentralchile finden sich hauptsächlich die Traditionen der einheimischen Landarbeiter, den «Huasas». Da in dieser Region die meisten Einwohner leben, ist diese Kultur repräsentativ für die chilenische Identität.
Chile ist gekennzeichnet durch die grossen Unterschiede zwischen der Kultur in den Städten und derjenigen auf dem Land. Die volkstümliche Kultur ist stark spanisch und araukanisch geprägt. Auf dem Lande spielen traditionelle folkloristische Tänze wie der Nationaltanz «Cueca» eine wichtige Rolle. Das ländliche Kunsthandwerk ist gekennzeichnet von indianischen Einflüssen. Hergestellt werden vor allem Web- und Töpferarbeiten sowie Schnitzereien. Eine wichtige Rolle spielen die «Huasos», eine Art chilenischer Cowboy oder Gaucho. Sie sind auf fast allen Folklorefesten und speziell beim chilenischen Rodeo dabei. Auch die «Payadores» genannten Volkssänger, deren Lieder meist von Liebe und Träumen handeln, haben eine bedeutende Funktion. Politische Lieder waren ihnen während der Pinochet-Diktatur verboten. Die wirtschaftliche Entwicklung des Landes und die Globalisierung haben dazu geführt, dass die Bräuche und Traditionen zunehmend verlorengegangen sind. Heute werden sie überwiegend in den ländlichen Gebieten praktiziert. Die Stadtkultur ist kosmopolitischer geprägt.
Chile gilt als Land der Dichter. Dies, weil die chilenische Geschichte viele Schriftsteller, insbesondere in der Poesie, hervorgebracht hat. Zu ihnen gehören Isabel Allende, Nicanor Parra, Vicente Huidobro, Jorge Teillier und natürlich die Nobelpreisträger Gabriela Mistral und Pablo Neruda.
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